Viktorianische Zeit Historismus
(1850-1900)

Das viktorianische Zeitalter ist eine Epoche des Fortschritts und der Gegensätze. In England und ganz Europa explodieren Erfindungsreichtum und Mobilität: Eisenbahnen verbinden Städte, Fotografien halten das Leben erstmals fest, Telegrafen übermitteln Nachrichten in Sekunden. Gleichzeitig bleibt das Familienleben geprägt von strengen Moralvorstellungen, Trauerkultur und grosser Sentimentalität.

Der Schmuck dieser Zeit ist tief emotional – ein Spiegel der Gefühle und der Erinnerung. Medaillons mit Haarlocken oder Porträts, Broschen mit Gravuren, Haarnadeln und zarte Anhänger erzählen von Liebe, Verlust und ewiger Bindung. Gold feiert einen Triumphzug, kombiniert mit Perlen, Türkisen, Granaten oder Opalen. Beliebte Motive sind Herzen, Schleifen, Blumen, Schlangen – alles Symbole für Liebe, Treue und ewige Verbundenheit. Technisch bringt die Epoche neue Raffinesse: Piqué, Canetille, filigrane Fassungen. Der Schmuck dieser Zeit sind fast wie geheime Botschaften – sie erzählen, wie intensiv Schmuck getragen und empfunden wurde.

Historisches Beispiel

Anhänger mit Krone und Monogramm «I» auf Lapis Lazuli,
Spanien, Zeit Isabella II. (1833-1868)

Prächtiger Anhänger aus der Epoche des Historismus. Im Zentrum eine tiefblaue Lapis-Lazuli-Platte, darauf appliziert ein aus Rosenschliff-Diamanten gefasstes Monogramm «I», das auf Königin Isabella II. verweist. Umrahmt von plastisch ausgearbeiteten Blüten- und Rankenmotiven in Silber mit weiteren Diamantrosen.

Weitere Schmuckstücke

Medaillon mit einer Haarlocke
von Königin Victoria, Januar 1901

Viktorianisches Diamantcollier mit
Blatt- und Blütenmotiven, um 1880