Jugendstil
(1900-1918)

Die Welt an der Schwelle zur Moderne: In Paris, Wien und Berlin bricht das Leben auf – elektrische Beleuchtung taucht Boulevards in Zauberlicht, Künstler und Denker diskutieren neue Ideen in Cafés, Frauen emanzipieren sich, Mode und Design werden revolutionär. Es herrscht eine Aufbruchstimmung, die alle Lebensbereiche erfasst.

Im Schmuck zeigt sich diese kreative Explosion in einer noch nie dagewesenen Formenvielfalt: Schwungvolle Linien, florale Ornamente, Libellen, Schmetterlinge, geheimnisvolle Frauenprofile. Materialien wie Platin, feines Gold, Opale, Mondstein, Email und Perlen verschmelzen zu kleinen Kunstwerken. Besonders beliebt sind Techniken wie Plique-à-jour (Licht-Emaille), die Schmuck fast durchsichtig wirken lässt. Schmuck wird jetzt als tragbare Kunst verstanden – als Ausdruck von Freiheit, Sinnlichkeit und Fantasie. Die farbigen, fliessenden Skizzen erinnern an Aquarelle – ein Fest der Kreativität.

Historisches Beispiel

Collier mit Schleifen- und Girlandenmotiven,
frühe Jugenstilzeit um 1900

Erlesenes Collier aus der frühen Jugendstilzeit. Die zarte Komposition wird von drei symmetrisch angeordneten Schleifenmotiven bestimmt, die jeweils mit Diamantrosen und kleinen Altschliffdiamanten besetzt sind. Von ihnen hängen zwei elegant geschwungene Girlanden in Form von Blättern und Blüten herab, in der Mitte zusätzlich akzentuiert durch einen frei beweglichen Diamantanhänger.

Weitere Schmuckstücke

Jugendstil-Emailbrosche mit Damenporträt, Rubinen, Smaragd
und Diamantbordüre, um 1900

Jugendstil-Anhänger aus blauem
Guilloché-Email und Diamanten,
um 1900