Empire /
Restaurations-Zeit
(1790-1850)

Europa im Umbruch: Revolution und Krieg fegen über den Kontinent, Monarchien stürzen, Napoleon errichtet sein Reich. Die Menschen erleben Unsicherheit und Hoffnung zugleich – auf den Strassen begegnet man Soldaten, Künstlern, mutigen Frauen. In den Salons debattiert man hitzig über Freiheit, Vernunft und die neue Zeit. 

Im Schmuck dieser Epoche spiegeln sich Sehnsucht nach Ordnung und die Faszination für die Antike wider. Die Mode ist schlicht, mit hohen Taillen, inspiriert von griechischen Göttinnen. Schmuck wird zu einer Art Talisman: Lorbeerkränze und Eichenblätter stehen für Sieg und Beständigkeit, Sterne und Kameen verweisen auf ewige Schönheit. Beliebt sind Diademe, filigrane Ohrgehänge, gefertigt meist aus warmem Gelbgold, verziert mit feiner Granulation oder farbigen Emaille-Einlagen. Schmuck ist nicht nur Zierde, sondern auch ein Statement für Werte wie Mut, Tugend und Hoffnung. Die klaren Linien dieser Epoche erzählen vom Wunsch nach neuer Klarheit und Eleganz.

Historisches Beispiel

Berliner Eisen-Armband,
Empire, Berlin, um 1810-1820

Dieses Armband ist ein herausragendes Beispiel für den Schmuck der Empire-Zeit. Damals prägte ein streng klassizistischer Stil die Mode – inspiriert von den Formen und Idealen der griechisch-römischen Antike.

Das Stück besteht aus breiten, rechteckigen Gliedern, die mit feiner, durchbrochener Ornamentik gearbeitet sind. Die strenge Symmetrie, klare Linien und architektonische Anmutung sind typisch für den Empire-Stil. Die tiefschwarze Oberfläche, erzielt durch eine spezielle Lackierung des Eisens, verleiht dem Schmuck eine edle, matte Eleganz.

Weitere Schmuckstücke

Empire-Collier aus Gold
mit Saatperlen, um 1820

Berliner Eisen-Ohrgehänge, um 1810-1820